Herz-Jesu-Freitag

Das Geheimnis des Heiligsten Herzens
Ein Vogel mit blutender Brust
Mohn flammt leuchtendrot
in seliger Stille unter Blau

Die Hoffnung trägt ein Lied vom Meer
das noch vom Tabernakel hallt:
Den zweien in Seinem Namen hier
singt es von Gottes Herrlichkeit.

MDO, Juni 2019

 

Waldkapelle

Das Laute dringt in die stille Welt
Gefällte Bäume ruhen über Toten
Kapelle, gebaut von blutenden Händen

Hinter der schweren Eichentür hält
Maria das Kind im Arm, im Korb
Nur leergebrannte, kalte Kerzen

„Bitte für uns“ sagt das Fensterglas
Wer darum bat, ist auch schon tot
Der Putz weint eisige Tränen.

MDO, Januar 2019

 

 

Der Fremde

Seit Tagen Grau
Kaum Wind, zu stille See
Und auch der Barbarazweig
lässt sich noch Zeit

Kein Leuchten mehr
im täglich-uniformen Nichts
Lauwarmer Regen nur
auf matten, leeren Straßen

Doch dann war da
ein Lächeln voller Herz
und Geist und schönen
Augen und dem Augenblick

Das nicht verweilen konnte
sondern kam und ging wie
das geliebte Meer, das
leise seine Lieder singt

MDO, Januar 2019

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Neujahrssonne

Neujahrssonne

Mit blutendem Herzen
sitzt das Rotkehlchen
In seiner Kapelle
aus Dornen
und Zweigen
unter denen sich
knospend der
Frühling
wölbt

  1. Januar 2019

 

Ich wünsche meinen Leserinnen und Lesern ein gesegnetes und gesundes neues Jahr.

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Im Feld

ein wolkenaufmarsch
wie weiße rösser
in der schlacht
von welchem sturm
und welchem krieg
mit welchem sinn
sie künden
weiß ich nicht

an der jacke
ein kreuz aus gold
die einzige waffe
zu wessen ehr
und wessen heil
von wessen leid
es kündet
frag ich mich

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Eisbrecher

Luft schmeckt nach Eis
Sturm zerrt an Kleidern
und Erinnerungen
Das Jahr tat weh

Das Meer ist grau
Als weinte es noch
Um Dich, um uns
um irgendetwas

doch vielleicht sind wir
ihm einfach auch egal
der See ist’s nur
ein weiterer Winter

Kein Halt im Sturm
Nur Gott, in dessen
Hand wir fallen
ist noch für uns

dort draußen.

(MDO, November 2018. Geschrieben am ersten eisigen Sturmtag auf Langeoog, in Anlehnung an meinen Firmspruch „Gott ist für mich. Ich fürchte mich nicht“, Psalm 118.6. und in Erinnerung an einen Freund.)

Du fehlst

Es wird leichter
wenn man selber geht
hieß es und so ging ich
fort von da, wo du
ja doch nie
wirklich warst

und heute ist’s
als wär ich nie
gegangen, als sei
all das kaum
einen wimpernschlag lang
deiner schönen
augen her

als brüllte nicht
das ewige meer
mir unseren kummer
täglich entgegen
als hätte die brandung
nicht längst
unser hilfloses lieben
vertilgt

WetterundMoewen21101805