Gefiederter Trost

Ich höre zu
Wie Wellen
An den Strand donnern
Der böse Traum
der Nacht
Klebt noch an mir
Der Sturm schlägt
Die Blüten
Von dornigen Zweigen
Zu Boden

Im Morgenrot
Singen die Vögel
An gegen das Tosen
Gegen den Tod
Der Muscheln
Im Sand
Gegen die Leiden
Der Seele
Sind sie mir Trost
Und Wächter

Dunkel und Hell

Aufreißende Wolken nach dem Gewitter
enthüllen das Blau
überm silbernen Meer
Möwen entsteigen dem Schlick
in strahlendem Weiß

Schön und ruhig, gänzlich unbefleckt
mit tödlicher Absicht
trachtend, watend, spähend
liegt ihr berechnender Blick
auf argloser Beute

Meer in Moll

Dem Meer ist’s einerlei
wohin wir fließen
an welchen Strand
es Dich und mich
verschlägt

Der Wind hat längst
schon jede Spur vom „Wir“
verweht und treibt
dein Boot weiß Gott
wohin

Ob das tote Holz am Strand
noch spürt, dass es einst
voller Leben war?
Ich frage mich, was bleibt
von uns

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