Grauspecht

Grauspechte sind extrem selten und kommen am Häufigsten in der Ostpaläarktis vor, sind aber quer durch Europa bis hinunter nach Sumatra zu finden — in eher höheren Lagen mit dem Schwerpunkt auf Nadelwälder. In der Norddeutschen Tiefebene oder auf den Britischen Inseln kommt er gar nicht vor, d.h. die Chancen, dass ich jemals einen in Natura zu sehen bekomme, sind gering. Allerdings war ich von der schönen Farbgebung dieses eher zierlichen Spechtes so angetan, dass ich ihn dennoch zeichnen wollte — selbst wenn man auf meinen Zeichnungen von der Farbe ohnehin nichts sieht.
Ich zeichnete ihn an einem Tag, an dem ich nicht gerade vor Selbstbewusstsein strotze und mich überdies beiseite gestellt fühlte — der trotzig erhobene Kopf des Grauspechts mit dem entschlossenen Ausdruck darin stand also stellvertretend für das, was ich an diesem Tag gebraucht hätte, aber nicht zu fühlen vermochte.

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Steinschmätzer

Ein Steinschmätzer war der erste mir bis dato unbekannte Vogel, der mir im Rahmen der wunderbaren Zugvogeltage auf Langeoog erklärt wurde. Wir (oder besser: Unser Ornithologe) entdeckte(n) ihn auf einer Weide kurz vor dem Deichschart. Leider sind die niedlichen Viecher vom Aussterben bedroht. Auf Langeoog sahen wir aber zum Glück nicht nur ein einziges Exemplar dieser Art.
Steinschmätzer gehören zur Familie der Fliegenschnäpperartigen und sind ungefähr Drosselgroß.

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Wiesenschafstelze

Tatsächlich ist das mein erster Vogel aus der Familie der Stelzen und Pieper. Als Kind des Ruhrgebiets sind einem ja maximal Laubenpieper bekannt; aber die sind etwas größer und in der Regel nicht so hübsch.
Schafstelzen ernähren sich hauptsächlich von Fliegen und anderen Kleininsekten, die von Weidevieh aufgescheucht werden, weshalb sie oft in trauter Eintracht mit diesem auf Wiesen zu finden sind. Beim Umherhüpfen wippen sie auffällig mit dem Schwanz, was ihnen den englischen Namen „wagtail“ einbrachte.
Bei der Wiesenschafstelze geriet ich fast in Versuchung, einmal in Farbe zu zeichnen: Die Tiere besitzen ein wirklich hübsches Gefieder in Gelb-, Grün- und Blaugrau-Tönen.

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Schwanzmeise

Die Schwanzmeise (Aegithalos caudatus) ist ein kleiner Sperlingsvogel aus der Familie der Schwanzmeisen. Ihren Namen verdankt sie dem langen Schwanz, der ihr ein präzises Ausbalancieren auch auf den äußeren Enden feiner Zweige ermöglicht, auf denen sie vorrangig ihre Nahrung sucht. Im Winter kann man Schwanzmeisen aber auch manchmal an Futterstellen beobachten. Sie sind jedoch viel seltener als die allgegenwärtigen Kohl- oder Blaumeisen.
Je nach Unterart haben Schwanzmeisen unterschiedliche Maße und Proportionen; allen gemein ist aber der namensgebende lange Schwanz.
Hier turnt eine Schwanzmeise auf einem Weidenkätzchenzweig — noch eine Pflanze, die ich sehr gerne mag. Im Winter nutze ich die flauschigen Zweige gern als Grabschmuck oder stecke sie zuhause in eine Vase: Hält ewig. Ich möchte allerdings niemanden erwischen, der oder die diese Zweige in der Natur abrupft: Weidenkätzchen stehen unter Naturschutz.

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Wintergoldhähnchen

Das Wintergoldhähnchen ist der Kolibri unter unseren Singvögeln. Er ist mit seinen kaum 9 Zentimetern Körperlänge der kleinste Vogel Europas und wiegt nur vier bis sieben Gramm — weniger als ein Brief. Ich habe leider noch nie eines in der Natur gesehen.  Oder ich habe es übersehen: Denn Wintergoldhähnchen sind nicht nur winzig, sondern singen auch so hoch, dass ihr Ruf für menschliche Stimmen oft nicht einmal wahrnehmbar ist.
Die niedlichen Vögel sind ausschließlich in Nadelwäldern zu finden; bevorzugt auf Fichten und anderen kurznadeligen Gehölzen. die weiche Kiefer hier auf dem Bild ist ergo künstlerische Freiheit, weil ich Kiefern sehr gern mag: Sie zählen neben Trauerweiden zu meinen Lieblingsbäumen.

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Zaunkönig

Ein junger Zaunkönig, etwas zerzaust nach einem Sandbad und einmal nicht mit dem charakteristisch steil aufgerichteten Schwanz.
Außer vielleicht als Kind, das erinnere ich nur vage, habe ich leider noch nie einen Zaunkönig in freier Wildbahn gesehen. Aber natürlich würde ich das gern: Klein und niedlich geht immer.

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Mehlschwalbe

Die Skizze einer Mehlschwalbe entstand anlässlich des diesjährigen St. Patrick’s Days. Ich wollte irgendeinen Vogel mit Irland-Bezug produzieren und begab mich daher auf die Suche nach dem Wappenvogel der grünen Insel. Letztlich kein einfaches Unterfangen — mehreren Quellen zufolge ist aber die Mehlschwalbe definitiv eines der Wappentiere. Auf Englisch hört sie übrigens auf den putzigen Namen „house martin“.

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Baumfalke

Mein erster Greifvogel. Baumfalken sind (nach dem Wanderfalken) die zweithäufigste Falkenart in Deutschland, aber leider ist auch deren Bestand rückläufig. Die Federzeichnung ist mir leider nicht sehr gelungen; ich hätte mir vorher mehr Fotos dieser Vögel anschauen müssen. In Wirklichkeit verfügen sie nämlich über ein sehr schönes, auffälliges weißes Wangengefieder — nur wohl leider ausgerechnet nicht jedes Exemplar in einem Buch, das ich für meine Skizze zu Rate zog.

 

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Pfau

 

Das Pfauenportrait fertigte ich für eine WDR-Dokumentation zum Thema Geschlechterstereotype und weibliches vs. männliches Selbstbewusstsein an. Glänzendes Gefieder zu zeichnen ist mühsam, aber letztlich war die Arbeit auch sehr erkenntnisreich. Denn, um ehrlich zu sein: Wer schaut einem radschlagenden Pfau schon groß ins Gesicht? Mir jedenfalls wurde bewusst, dass ich das bis dato nie wirklich getan hatte — Zeit wurde es!

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