Uhu

Ich mochte den skeptischen Blick dieses jungen Uhus. Uhus, Eulen und Käuze sind ohnehin ein ewiger Quell der Erheiterung. Das Problem beim Zeichnen dieser Tiere ist, dass sie teils so unglaublich bescheuerte Posen einnehmen, dass einem das gezeichnet keiner abkauft, jedem „das war aber wirklich so!“ zum Trotz.
Im Zoo sind sie natürlich wahnsinnig langweilig, weil sie nur meist herumsitzen und glotzen. (wobei: Wo ist hier der Unterschied zu den meisten Menschen? Achja, Uhus sabbeln wenigstens kein dummes Zeug dabei.)
Für mich ist das aber toll, weil ich hier sogar vom lebenden Modell zeichnen kann und nicht auf die Präparate im Naturkundemuseum oder Fotos angewiesen bin —  ansonsten zeichnen sich Vögel ja nicht gerade durch besondere Meisterschaft im Stillhalten aus.

uhu - Arbeitskopie 2

Wer sich auch mit Eulen amüsieren möchte, dem sei folgende facebook-Seite empfohlen:

https://www.facebook.com/pages/Eulen/224243900951927?fref=ts

 

Großtrappe

Oft habe ich ja Lust, einen neuen Vogel zu zeichnen, aber keine Ideen, welchen. Leute zu fragen, ist meistens müßig, da diese dann höchstens denken, ich hätte einen Vogel, aber nicht zwingend einen für mich in petto haben. Ganz anders verhielt es sich bei der Großtrappe. Als ich mir in einer meiner Lieblingskneipen, dem HAFEN in der Motzstraße, mal wieder einen, nunja, anzwitschern wollte, wurde mir doch tatsächlich ein Mensch vorgestellt, der Vögel nicht nur nicht-langweilig fand, sondern der auch noch selbst gelegentlich auf Vogelexkursion ging: Unter anderem auf Großtrappenexkursion irgendwo in Neubundland. So kam es zu dieser Trappe.

trappe - Arbeitskopie 2

Wacholderdrosselküken

Diese Zeichnung einer jungen Wacholderdrossel hat, mea culpa, wirklich keine besonders wissenschaftliche Entstehungsgeschichte:
Es begann mit nächtlichem „Amüsemeng“ über die Worte „Schnapsdrossel“ und „Schluckspecht“ und führte über eine Diskussion über die Unterschiede zwischen Genever, Gin und Wacholderschnaps (featuring Gin Fizz) letztlich zur Wacholderdrossel.
Und um doch noch einen Hauch Unschuld in die Sache zu bringen, wurde es dann zumindest ein possierliches Küken: Aber es wächst ja noch. Sláinte!

wacholderdrosselküken anschnitt

 

Schwanenküken

Auch dieses „hässliche Entlein“, von dem wir natürlich alle wissen, dass es ein Schwänchen ist, entstand im Auftrag des WDR zum Thema „Selbstbewusstsein“. Ich finde Schwäne allerdings auch wirklich nur in diesem Alter niedlich — spätestens nachdem mir mal ein Singschwan im Tierpark rabiat gekommen ist. Auf Zeichnungen wirken die Viecher überdies schnell kitschig, weshalb es keinen ausgewachsenen Schwan von mir zu sehen geben wird. Gleiches gilt übrigens für Papageien und, natürlich, Flamingos.

schwanenküken

Küstenseeschwalbe

Die Küstenseeschwalbe gilt als der Zugvogel mit der längsten Zugstrecke überhaupt, da sie in der Nordpolarregion brütet und in den Südpolarregionen überwintert — unglaubliche 30.000 Kilometer, und man hat Exemplare entdeckt, die bis zu 80.000 km in einem Jahr zurücklegten: Fast zwei Erdumrundungen! Ich hatte das große Glück, eine Küstenseeschwalbe auf Langeoog während der Zugvogeltage im Oktober zu sehen, oder, um ehrlich zu sein: sie gezeigt zu bekommen, denn ich bin bei Weitem nicht ornithologisch versiert genug, um eine in hundert Metern vorbeiflatternde Spezies bestimmen zu können. Aber für sowas gibt es ja Fachmenschen auf den Exkursionen.
Wichtig ist, dass man die Vögel bei ihrer Rast auf den Inseln nicht stört, damit sie sich von dem / für den langen Flug erholen können. Ansonsten regen sie sich — wie die Schwalbe auf meiner Zeichnung — völlig zu Recht auf.

küstenseeschwalbe - Arbeitskopie 2

Eisvogel

Den einzigen lebendigen Eisvogel in meinem Leben sah ich auf dem Campus der Najing Shifan Daxue, wo ich von 1997-1998 zwei Auslandssemester absolvierte, frühmorgens um 7. Diese Begegnung inspirierte mich damals zu einem unfassbar kitschigen Frühlingsgedicht, welches zum Glück im Orkus meines nicht-digitalen Vorlebens verschollen ist.

eisvogel - Arbeitskopie 2

Polarmöwe

Eigentlich zeichne ich ja nur die heimische Vogelwelt, aber die hellen Augen dieser Polarmöwe, gesichtet auf irgendeinem Foto in ichweißnichtmehrwelcher Zeitschrift, hatten es mir angetan. Polarmöwen kommen auf Grönland und im nordöstlichen Kanada vor. Sie sind etwas kleiner als unsere Silbermöwen und brüten an den Steilhängen der Fjorde.

polarmöwe - Arbeitskopie 2

Elster

Jag elster dig!

Nein, es heißt natürlich „jag elsker dig (DK) / jag älsker dig (SE)“, aber wie könnte ich eine Sprache nicht mögen, in der Liebeserklärungen wie Vogelarten klingen?
Abgesehen davon gehen mir Elstern aber tatsächlich ziemlich auf den Zeiger. Vor allem, wenn sie im Sommer morgens um halb fünf vor meinem Schlafzimmer Grundsatzdebatten ausfechten müssen.
Dennoch faszinieren mich die riesigen Elsterschwärme, die sich bei mir ums Eck im Niedermoor beobachten lassen. Indes: ein wenig melodischer könnten sie schon werden …

elster 2