Lesung im Schullandheim (Ratsgymnasium Bielefeld)

Nach sehr langer Zeit durfte ich mal wieder eine Lesung auf Langeoog machen. Eingeladen hatte mich eine Gruppe ehemaliger Abiturienten des Ratsgymnasiums Bielefeld, die mit dem Schullandheim auf Langeoog schöne Erinnerungen verknüpfen. Und derer sind einige, denn es handelt sich um den Abi-Jahrgang 1964(!). Fast 70 Jahre währt die Liebe dieser Menschen zur Insel, und sie waren ein absolut großartiges Publikum. Alle zeigten sich im Anschluss begeistert und ich konnte viele, viele Bücher verkaufen. Spontan hatten sich auch noch einige Damen-Sportgruppen der Lesung angeschlossen; auch hier gewann ich neue Leserinnen. Ich bin bis heute von all den schönen Rückmeldungen und persönlichen Anekdoten, die mir im Kontext mit meinen Prosastücken anvertraut wurden, vollkommen überwältigt. Dankeschön, gerne wieder!

Band 8 ist da!

Endlich hat das Warten ein Ende — Band 8 ist lieferbar!

Band 8 ist ab sofort im Bod-Webshop oder in der Buchhandlung Eures Vertrauens bestellbar!
Ich selbst habe noch keine Exemplare, da Kund:innenbestellungen vom Verlag priorisiert ausgeliefert werden — vor Autorenbestellungen, was mir aber auch Recht ist.

Ich freue mich sehr, das neue Buch jetzt präsentieren zu dürfen: Erstmals mit Fotos im Innenteil!

*DANKE* für Eure Bestellungen!

Klappentext:

Das zweite Pandemie-Jahr auf Langeoog.
Ein langer, ruhiger Winter im Lockdown und ein zähes Warten auf den Frühling. Im Sommer schließlich: Die Wiederbelebung des Tourismus. Und plötzlich rast die Zeit nur so davon …
Band 8 der „Momentaufnahmen“ liefert 28 neue, stimmungsvolle Prosastücke zu einem breitem Themenspektrum: Mit vielen Insel-Impressionen, aber immer auch mit wachem Blick in die Welt.
Erzählt wird von Lethargie und Hoffnung, von Frühlingserwachen und Dunkelheit, von Naturkatastrophen und Neubeginn.
Die bildgewaltigen Naturbetrachtungen, welche das Tosen der Brandung, das Trillern der Brachvögel und den Duft der Dünenrosen beim Lesen lebendig werden lassen, zeichnen diese Buchreihe in besonderem Maße aus. NEU: Jetzt auch mit zahlreichen s/w-Fotografien und Zeichnungen. (Fotos und Illustrationen: Mayk D. Opiolla)

Es ist soweit!

Band 8 ist beim Verlag abgeliefert und wird im Laufe der nächsten Tage bestellbar sein. Ich gebe dann natürlich unverzüglich Bescheid. Vorab möchte ich jedoch schon eine große Neuerung ankündigen, denn Band 8 wird erstmals eine Auswahl an Fotografien und Zeichnungen von mir beinhalten! Damit reagiere ich auf vielfachen Leser:innenwunsch. Die Bilder sind allerdings nur in Schwarzweiß zu sehen, da ein Buch mit farbigen Fotografien in der Produktion viel zu teuer ist. Generell sind die Produktionskosten leider derart gestiegen, dass ich auch so den Verkaufspreis für Band 8 (gemessen an den Vorgängerbänden) etwas anheben musste. Ansonsten ist es für mich als Autor, der davon leben muss, einfach nicht mehr wirtschaftlich.

Nun aber zum Inhalt — hier der Klappentext:

Das zweite Pandemie-Jahr auf Langeoog.
Ein langer, ruhiger Winter im Lockdown und ein zähes Warten auf den Frühling. Im Sommer schließlich: Die Wiederbelebung des Tourismus. Und plötzlich rast die Zeit nur so davon …
Band 8 der „Momentaufnahmen“ liefert 28 neue stimmungsvolle Prosastücke: Mit vielen Insel-Impressionen, aber immer auch mit wachem Blick in die Welt. Erzählt wird von Lethargie und Hoffnung, von Frühlingserwachen und Dunkelheit, von Naturkatastrophen und Neubeginn.
Die bildgewaltigen Naturbetrachtungen, welche das Tosen der Brandung, das Trillern der Brachvögel und den Duft der Dünenrosen beim Lesen lebendig werden lassen, zeichnen diese Buchreihe aus.

NEU: Mit zahlreichen s/w-Fotografien.

Es bleibt spannend! Sobald das Buch bestellbar ist, erfahrt Ihr es hier unter den Reitern „Bücher“ und „Aktuelles“.
In vielen Nachtschichten nach dem regulären Job entstanden: Band 8 mit Fotos im Innenteil.
Das Bild zeigt eine Cover-Vorschau, das endgültige Cover kenne ich auch noch nicht 🙂

Unter dem Sand

Die Straßen sind noch vereist, aber der Vogelgesang am Morgen klingt schon verdächtig nach Frühling. Die Luft ist klar und salzig, der Himmel blau und wolkenlos. Durch die Morgenstille dringt Meeresrauschen. Jetzt, nach Dreikönig, hat sich die Insel geleert; nun gibt die Natur im Wortsinne wieder den Ton an, nicht der Menschenlärm.

Die Hagebutten der Hundsröschen leuchten feuerrot an ihren nackten Zweigen und ich freue mich auf den Tag, an dem daran wieder zartes Laub ergrünen und die winzigen rosafarbenen Blüten sich öffnen werden. Der Februar ist kurz. Vielleicht noch ein letzter Schnee im März, der kam fast jedes Jahr. Aber danach, denke ich, danach ist endlich Frühling. Das Rot ist schön vor dem leuchtend blauen Himmel und ich bin froh über diesen Farbtupfer in den leeren Straßen mit ihren wintermüden Gesichtern, von denen ich die meisten jetzt wieder kenne. Die Weihnachtsbäume sind abgetakelt und abtransportiert; in den Läden rüstet man auf für den Frühling.

Das vor Kurzem noch so makellos rein vor einem liegende neue Jahr hat bereits seine ersten Lackschäden durch persönliches, politisches und allgemeines Ungemach, die neue Jahreszahl kommt einem schon flüssig über die Lippen, und so ist man kurz nach Neujahr schon irgendwie wieder mittendrin in Allem.

Einzig der Strand erweckt jetzt wieder die Illusion eines unbeschriebenen Blattes, mit dem noch alles möglich ist. In endloser Weite erstreckt sich die Sandfläche, die Priele glitzern, darüber ein Schwarm Schneeammern im Fluge. Möwen ruhen am Flutsaum oder kreisen bedächtig über dem golden wogenenden Strandhafer; Menschen sind kaum unterwegs.

Doch auch diese Idylle ist, natürlich, eine Illusion. Ich entdecke einen kleinen Hügel im Sand und steuere darauf zu. Es ist ein toter Seehund mit cremefarbenem Fell, farblich vom Sand kaum zu unterscheiden. Das Fell glänzt in der Sonne wie mit Silberfäden durchwirkt und ich verstehe, warum es einst bei Robbenjägern begehrte Ware war. Dem Impuls, darüberzustreicheln, widerstehe ich allerdings. Ich stupse das Tier mit dem Fuß an. Es scheint noch nicht lange tot. Bis auf ein bisschen Darm, das die Leichengase aus dem Anus des Tieres gepresst haben, sind noch nicht viele Verwesungsanzeichen da. Ich vermute den Kopf des Seehundes im Sand verschüttet, aber als ich die Schuhspitze unter den Hals schiebe, um ihn anzuheben, ist da kein Kopf. Wer zum Henker, denke ich, enthauptet denn bitte einen Seehund? Jemand, der sich das eindrucksvolle Gebiss in die Vitrine stellen möchte? Veterinäre zu Untersuchungszwecken? Oder ist einfach ein anderes Raubtier mit dem Schädel auf und davon? Ich entferne mich von dem glücklosen Geschöpf und frage mich, ob Seehunde eine Seele haben und ob er jetzt in irgendeiner himmlischen Nordsee planscht. Oder ob dieses schöne Geschöpf mit seinem glänzenden Fell jetzt einfach nichts ist außer anderertiers Fressen, dem Verfall anheimgegeben,und irgendwann nur noch ein bleicher Seehundknochenrest im Sand. Nachdenklich blicke ich auf meine Schuhe. Ein fischiger Geruch steigt auf vom freiliegenden, frischen Seehundfleisch, wo der Kopf hätte sein sollen, und das ich mit dem Fuß berührte. Mir wird ein wenig schlecht.
Ein händchenhaltendes Paar kommt auf mich zu und strahlt verliebt. Sie ahnen nichts von der Tragödie. Das ist auch besser so, denke ich, denn kurz ist bekanntlich auch die Zeit, in der sich die Liebe frei von Drama zeigt. Und dass es wohl besser ist, wenn man sich diesbezüglich möglichst lange die Illusion einer makellosen, freien Fläche erhält; ohne Leichen im Sand — oder im sprichwörtlichen Keller.
Die Sonne steht jetzt hoch am Horizont und zwingt mir einen Dialog mit meinem Schatten auf. Nahezu absurd langbeinig steht er vor mir, eine aufgeblasene Größße, die wenig mit der Realität zu tun hat.

Lesungs-Nachlese und Ausblick 2022

Aufgrund der Pandemie und sehr, sehr viel anderer Arbeit gab es in diesem Jahr nur zwei Lesungen, aber die waren fabelhaft. Beide Male konnte man eine Stecknadel fallen hören, so konzentriert und andächtig lauschten alle meiner Prosa. Im Anschluss gab es sehr viel wohltuendes und seelenstreichelndes Feedback — und natürlich auch ein paar Buchverkäufe, denn wie treue Leser:innen wissen, kann ich die Prosa nicht nur als Hobby betreiben, sondern muss (und will) damit auch ein bisschen was verdienen. Herzlichen Dank also für jede seelische, aber auch materielle Unterstützung in diesem Jahr!
Dieser Dank geht aber selbstverständlich nicht nur an mein Lesungspublikum, sondern an alle, die in diesem Jahr Bücher oder Bilder gekauft, Lesungen und Verkaufskanäle ermöglicht und mich in jedweder Form in meinem kreativen Schaffen bestärkt haben. Danke!

Die Lesungen fanden in Carolinensiel (Gulfhof Friedrichgroden) und auf Langeoog (AWO OWL/Kajüte) statt. Gelesen wurde jeweils rund 1 Stunde aus Band 6 und 7 sowie viel unveröffentlichtes Material aus Band 8. Letzterer ist in der Rohfassung jetzt fertig, sofern mich nicht noch eine Last-Minute-Inspiration ereilt. Je nachdem, wieviel Zeit ich für Korrektorat und Satz finde, rechne ich damit, das Buch im Februar oder sogar Ende Januar auf den Markt bringen zu können.

Zu guter Letzt: Dank auch an alle Leser:innen meines Blogs „Geflügel mit Worten“. 2021 schließt anhand der Blogaufrufe als zweitbestes Jahr seit Bestehen von GmW, was mich sehr glücklich macht. Nahezu 10.000 Mal haben Menschen hier mitgelesen, und ich weiß, dass viele treue Stammleser:innen der ersten Stunde noch dabei sind — Ihr seid großartig! Und ein herzliches Willkommen allen, die GmW vielleicht erst kürzlich entdeckt haben.

Allen einen guten und gesunden Übergang ins neue Jahr wünscht Ihr und Euer

Mayk Opiolla

Langeooger Weihnachtswetter

Da ich zurzeit vor Arbeit leider kaum zum Prosaschreiben oder Malen komme, hier als „Weihnachstpräsent“ einfach mal ein paar Bilder vom wunderbaren Weihnachtswetter auf Langeoog. Es war frostig und schneefrei, aber wunderbar sonnig. Freude machten auch die entzückenden Sanderlinge und viele, kaum noch scheue Rotkehlchen.

November

Inzwischen ist es November geworden. Nachts radele ich durch tiefste Dunkelheit und feuchtkalte Nebelschwaden, die der Lichtkegel meiner Fahrradlampe schemenhaft erkennen lässt. Der Nebel hüllt mich ein, nimmt von mir Besitz mit seiner klammen Eisigkeit, und drumherum ist nichts und niemand; irgendwo in der Ferne verrichtet eine einsame Straßenlaterne ihren nahezu nutzlosen Dienst und vermag die schweröldicke Novemberschwärze kaum zu durchdringen. Ich will nur noch nach Hause. Es sind keine 700 Meter zwischen dem einen Zuhause und dem anderen — aber je nach Jahreszeit und Wetter können einem auch diese endlos erscheinen. „Wir bräuchten einen beheizten und beleuchteten Tunnel zwischen unseren Wohnhäusern“, scherzte ich einst mit der Freundin, und in Nächten wie diesen wäre das wirklich eine gelungene Investition.

Es ist eigenartig mit diesem November. Kann man den Insel-Oktober mit seinen Zugvogelscharen, den vielen goldenen und warmen Tagen und der Gästeflut während der Herbstferien noch gefühlt unter „Spätsommer“ verbuchen, so geht das im November plötzlich nicht mehr. November ist Winter, auch auf Langeoog.
Zwar sind auch jetzt noch die Temperaturen an vielen Tagen zweistellig und es gab erst einen größeren Sturm — dennoch sind die Bäume inzwischen zu nackt, die Vögel zu wenige und die Tage zu kurz, um noch irgendeine Sommer- oder Herbstassoziation zu finden. Nein, der November, man muss es sich eingestehen, der November ist Winter.

„Es ist ein schwieriger Monat“, predigen auch die Geistlichen aller Konfessionen dieser Tage, mit all diesen traurigen Tagen, Allerseelen, Totensonntag, dazu diese Dunkelheit. Die stillen Feiertage finde ich wiederum nicht allzu schwierig, denn es ist gut, dass auch das Trauern und die Schwermut einen Platz im Kirchenjahr bekommen: Schließlich ist auch das Leben keineswegs frei davon. Ich finde nicht einmal Allerseelen einen traurigen Tag, denn die beleuchteten Friedhöfe sehen schön aus und zur Gräbersegnung wird auch auf jene Gräber Weihwasser gesprengt, an denen schon lange kein Angehöriger mehr saß. So ist niemand vergessen.

Vergessen habe ich dagegen fast einen Großteil des Jahres und frage mich: Wie konnte ein Jahr, an dem Pandemiebedingt immer noch nicht so viel wie früher passieren konnte, so dergestalt dahinrasen? Wo war der Sommer, die Muße, wo waren die freien, warmen Balkonabende? Auch mein Urlaub im September liegt gefühlt schon Lichtjahre zurück, und der Winter wird gewohnt arbeitsreich: Es gilt, die paar ruhigeren Novembertage für größere Projektvorbereitungen zu nutzen, bevor zum Advent und Jahreswechsel hin die nächste Hauptsaison auf Langeoog lostobt. Andere Langeooger:innen nutzen die Zeit, um selbst in den Urlaub zu fahren. Im Grunde ist der November für die Menschen auf der Insel also ein durchaus ereignisreicher Monat — trotzdem habe ich jedes Jahr das Gefühl, als hielte dieser Monat das Kreisen und Kreiseln der Welt für einen Moment an.

Über dem Meer klart der Himmel jetzt auf. Streifen von Blau weben sich in die bisher dichte, schmutziggraue Wolkendecke. Es ist einem nicht mehr viel Tageslicht geschenkt um dieser Zeit, also werfe ich nur das Nötigste über und radele zum Strand.
Durch die Wolkenlöcher lugt roséfarbener Himmel, der bald in leuchtendes Orange übergeht, und so doch noch mächtig Farbe in diesen — für mich — bisher farblosen Tag bringt. Über dem Festland weisen dunkle Fallstreifen auf ein Unwetter hin; auch das sieht sehr eindrucksvoll aus, wiewohl ich die Menschen auf dem Kontinent nicht um den Regenguss beneide. Hinter den Silhouetten der Strandpaziergänger:innen zeichnet sich die Dünenkette der Nachbarinsel Baltrum ab.
Getröstet stelle ich fest, dass doch noch nicht alle Vögel fort sind, denn eine Formation Gänse zieht mit lautem Rufen Richtung Westen. Auf der Sandbank ruhen sich Möwen aus.
Später zeigt mir ein Freund noch wundervolle Fotos vom Morgennebel im Sonnenaufgang, den ich, meiner Eulen-Natur geschuldet, allerdings verschlafen hatte. Dieser erhabene, mystische und majestätische Anblick der vom Nebel durchwobenen, sonnenvergoldeten Insellandschaft lässt mich den unheimlichen, ungemütlichen Nachtnebel sofort vergessen. Und so verabschiedet sich der Novembertag doch noch mit reichlich Versöhnlichem: Mit Farbe und Schönheit.

Aktion: Jedes Bild 60€ inkl. Rahmen

Moin, nur diese Woche biete ich drei gerahmte Bilder in handlicher Größe inkl. Rahmen und Passepartout für je 60€ an.

Der Rahmen besteht aus MDF, weiß lackiert mit Echtglasscheibe. Das Passepartout ist cremefarben. Sichtbare Bildmaße: 13x18cm. Rahmenmaß außen: 22x28cm. Versand zzgl. Porto/VP oder Abholung auf Langeoog.

Motive: 1. Strandaufgang, 2. Möwen mit Strandkörben, 3. Strandszene mit Kutter

Die Bilder sind Original/Unikate, Ölpastell auf Papier. Bei Interesse bitte ich um Kontaktaufnahme per Mail oder Telefon; wenn Sie mir auf facebook folgen, auch gerne per Messenger.